Unsere Sprüche sind derb — unser Handwerk ist es nicht. Bevor aus einem Gaul ein Knacker wird, passiert eine Menge Papierkram und Amtstierarzt. Und das ist gut so. Hier steht, wie es wirklich läuft.
In Deutschland wird kaum ein Pferd speziell fürs Fleisch gezüchtet. Unsere Tiere kommen aus Freizeit-, Sport- oder Zuchthaltung und werden abgegeben, weil sie nicht mehr gehalten werden können — Alter, Verletzung, wirtschaftliche Gründe. „Gestern gestürzt, heute gewürzt" ist der Spruch. Die Wahrheit: Zwischen Sturz und Würze stehen die Schritte 2 bis 5.
Jedes Pferd in der EU hat einen Equidenpass. Darin steht, ob das Tier überhaupt für die Lebensmittelgewinnung zugelassen ist. Viele Reit- und Sportpferde sind als „nicht zur Schlachtung für den menschlichen Verzehr" eingetragen — z. B. nach bestimmten Medikamenten. Solche Pferde sind für die Lebensmittelkette dauerhaft gesperrt. Ohne sauberen Pass wird aus dem Gaul kein Knacker. Punkt.
Vor der Schlachtung begutachtet ein amtlicher Tierarzt das lebende Tier. Kranke Pferde dürfen nicht als Lebensmittel geschlachtet werden — das ist keine Firmenphilosophie, das ist Gesetz.
Nach der Schlachtung folgt die amtliche Fleischuntersuchung. Bei Pferden ist zusätzlich die Untersuchung auf Trichinen vorgeschrieben. Erst mit Freigabe-Stempel darf das Fleisch weiterverarbeitet werden.
Jetzt erst übernehmen wir: zerlegen, würzen von Hand, räuchern, reifen. Ohne Füllstoffe, ohne Geschmacksverstärker, ohne Gedöns. Pferdefleisch ist von Natur aus mager, eiweißreich und eisenreich — es hat Besseres verdient als Abkürzungen.
Wo Gaul drin ist, steht Gaul drauf. Pferdefleisch ist bei uns immer eindeutig deklariert — wir heißen ja nicht umsonst so. Bei uns kauft niemand „aus Versehen" Pferd. Eher aus Überzeugung. Oder aus Reue gegenüber einem bestimmten Wallach.
Unsere Pferde kommen von Höfen, Sport- und Freizeitanlagen aus der Umgebung. Dort wurden sie artgerecht gehalten, liebevoll gefüttert (selbstverständlich tiermehlfrei) und regelmäßig gekrault — sie hatten nachweislich ein schöneres Leben als die meisten unserer Mitarbeiter.
Abgeholt wird persönlich, auf kurzen Wegen und betont entspannt. Nicht (nur), weil wir so herzliche Menschen sind: Stress ruiniert die Fleischqualität. Der alte Fleischergrundsatz gilt eben in beide Richtungen — was gut fürs Tier ist, ist am Ende auch gut auf dem Teller. Win-win. Na ja. Fast.
Vom Hof bis zur Theke bleibt alles in einer Hand — unserer. Das nennt man heute „vertikale Integration". Der Gaul nennt es vermutlich anders, aber der wird ja nicht gefragt. Dafür garantieren wir lückenlose Qualität ohne Zwischenhändler, ohne lange Transporte, ohne Ausreden.
Dunkelrot, natürlich würzig, irgendwo zwischen Rind und Wild mit feiner süßlicher Note. Und nebenbei eines der leichtesten Fleische überhaupt:
pro 100 g — leichter als so manches Müsli
Cholesterin pro 100 g — auffallend wenig
reich an Eisen, Magnesium und Zink
fettarm, eiweißreich, gut verträglich
Mit der Maus über die Punkte fahren (oder drauftippen) — dann verrät der Gaul, was aus welchem Teil wird. Er ist da erstaunlich auskunftsfreudig.
Schema vereinfacht — der Amtstierarzt besteht darauf, dass wir erwähnen: Es ist eine Illustration, kein Bauplan.
Nein — und wir dürften es nicht mal, wenn wir wollten (wollen wir nicht). Kranke Tiere dürfen nicht für Lebensmittel geschlachtet werden. Jedes Tier wird vor und nach der Schlachtung amtlich untersucht.
Nicht automatisch. Unsere Tiere kommen aus Freizeit-, Sport- und Zuchthaltung und werden aus unterschiedlichsten Gründen abgegeben. Bedingung ist nicht das Alter, sondern: gesund und laut Equidenpass für Lebensmittel zugelassen.
Der Spruch ist Marketing, der Ablauf ist ernst: Equidenpass prüfen, Amtstierarzt vor der Schlachtung, amtliche Fleisch- und Trichinenuntersuchung danach. Zwischen „gestolpert" und „gewürzt" liegen mehr Kontrollen als zwischen dir und deinem Online-Banking.
Weil es eine der ältesten Fleischtraditionen Europas ist: mager, eiweißreich, eisenreich, leicht süßlich im Geschmack. Und weil ehrliche Verwertung besser ist als Wegsehen — wir stehen mit Namen und Gesicht dafür. Und mit fünfzehn Sprüchen.
Nein. Das Pony ist Personal. Es hat einen unbefristeten Vertrag, ein eigenes Namensschild und mehr Instagram-Potenzial als wir alle zusammen. Es guckt nur immer so.